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Kelch Tassilo IIIAschheim liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises München. Mit etwa siebentausend Einwohnern hat der Ort trotz der Nähe zu München und zur Münchener Messe durchaus seinen dörflichen Charakter bewahrt. Der Name Aschheim leitet sich vermutlich vom lateinischen „ascaim“, dem „Heim bei den Eschen“ ab. Daher auch die symbolischen Eschenzweige im Wappen Aschheims.

Die Geschichte des heutigen Aschheim läßt sich in Spuren aufgrund neuerer Funde bis in das 5. Jahrtausend v Chr. zurückdatieren. Während der Römerzeit führte eine damals wichtige Straßenverbindung zwischen Augsburg und Wels durch das heutige Gemeindgebiet. Aus dieser Zeit sind Reste von altrömischen Gutshöfen erhalten geblieben. Die Besiedlung riß seit dieser Zeit nicht mehr ab, 1997/98 wurde im Gemeindegebiet ein umfangreiches Gräberfeld freigelegt, welches in die Zeit ab ca. 480 n Chr. bis in das 8. Jahrhundert zurückreicht.
Auf Veranlassung Tassilos III fand 756/757 in Aschheim eine erste Synode statt, bei der kirchliche und weltliche Beschlüsse für das ganze damalige bayerische Herzogtum gefasst wurden. Diese erste Synode war prägend für die weiteren Geschicke Aschheims. Heute ist Aschheim ein moderner Ort mit Ansiedlung von bedeutenden Unternehmen wie Symantec Deutschland GmbH, Hewlett Packard, ESCADA AG, 3Com Deutschland GmbH, Ingram Micro Distribution GmbH u.v.m. Direkt an der Autobahn A99 gelegen, an den Münchener Verkehrsverbund und das Münchener Telefonnetz angeschlossen ist Aschheim bei aller Eigenständigkeit ein naher Vorort Münchens.
Für Aschheim war Tassilo III (* 741, + nach 794, vermutlich als einfacher Mönch im Kloster Lorsch) als der letzte bayerische Herzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger vor allem durch die hier abgehaltene Synode (etwa 756) von Bedeutung. Er war ein Cousin Karls des Großen, zunächst Gefolgsmann des Frankenkönigs Pippin, verweigerte diesem aber 763 die Gefolgschaft im Kriegszug gegen Aquitanien. Wegen dieser Verweigerung geriet er in Konflikt mit Karl dem Großen, wurde trotz Eidesleistung gegenüber diesem 788 auf dem Reichstag zu Ingelsheim zunächst zum Tode verurteilt, dann aber zusammen mit seiner Familie zu lebenslanger Klosterhaft begnadigt. 794 mußte er auf einer Reichsversammlung in Frankfurt auf alle Rechtsansprüche auf sein Herzogtum und allen weltlichen Besitz für sich und seine Söhne verzichten.
Während seiner Regentschaft als Herzog von Bayern trieb er ab 763 die Bekehrung zum Christentum voran, unter anderem durch die Gründung von Klostern in Kremsmünster (777, dort ist heute eine Kopie des Tassilo-Kelchs zu bewundern), Mattsee und Innichen (769). Synoden fanden in Aschheim, Dingolfing und in Neuching statt. Die Kirche untersützte ihn, Konflikte gab es jedoch immer wieder mit seinem übermächtigen Cousin Karl dem Großen und in der Folge auch mit dem Papst, der sich weniger für kirchliche Verdienste, mehr für machtpolitische Konstellationen interessierte. Diese Konflikte mündeten in einen Einmarsch karolingischer Truppen nach Bayern, Tassilo mußte sich schließlich auf dem Lechfeld bei Augsburg ergeben. Nach der Verurteilung und Entmachtung 788 wurde Bayern in das karolingische Frankenreich eingeliedert und Tassilo III zusammen mit seinem Sohn Theodo III zunächst im Kloster von Jumieges gefangen gehalten, später nach Lorsch verbracht.